Sternklare Zahnschmerzen - Die CD

ZITAT DES MONATS

Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert.


Albert Einstein (1879-1955)



Für die Revolution muss die Linke mehr arbeiten

Feb

20.

In diesem grauen Februar habe ich nach über 30 Jahren einmal wieder Chopins Etüde c-moll op. 11 Nr. 12 aufgewärmt. Besser bekannt als "Revolutions-Etüde". Ein grandioses Werk des gerade einmal 21-jährigen Chopin. Welche bezaubernd schöne Harmonik, Melodik und kompositorische Raffinesse!

Die spätere Legendenbildung besagt, dass Frederik Chopin dieses Stück voller Wut über die Einnahme Warschaus durch die russische Armee 1831 geschrieben habe. Zumindest kann man mit viel Phantasie aus der Etüde eine Revolution heraushören. Auffällig ist: 1296 Anschläge der linken Hand stehen nur 213 Anschläge der rechten Hand gegenüber. Das kann man durchaus als eine Metapher aller vergangenen wie zukünftigen Revolutionen sehen: Die Linke muss sich - sollen tatsächlich Missstände zum Besseren verändert werden - immer um ein Vielfaches mehr anstrengen als die Rechte. Wer immer der Etüde c-moll op. 11 Nr. 12 den Beinamen "Revolutions-Etüde" verpasste - er hatte offenbar nicht nur Ahnung von Musik, sondern auch von Geschichte und gesellschaftlichen Zusammenhängen!


P.S.: Inspiriert worden, mal wieder Chopin zu üben, wurde ich durch das traumhaft schön geschriebene kleine Büchlein von Eric-Emmanuel Schmitt "Madame Pylinska und das Geheimnis von Chopin". Nicht nur für Chopin-Liebhaber ein Genuss ...!

P.P.S. aus aktuellem Anlass: Dass knapp 200 Jahre später eine russische Armee wieder in Städte eines andereren Landes einmarschiert ist ein Trauerspiel! Sind die Lehren der Geschichte schon wieder vergessen ...?



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