Sternklare Zahnschmerzen - Die CD

ZITAT DES MONATS

Weißt Du, was Dein Problem als Mann ist? Du verstehst einfach Unlogik nicht!

Martin Perscheid (*1966)



Ich wünsche einen schönen Sommer!

Das „Institut für schräges Denken“ macht Sommerpause. Natürlich könnt ihr weiter online in meine Songs hineinhören. Oder über neue und alte Momentaufnahmen nachdenken. Oder Fotos von mir sehen. Oder mir eine E-mail schicken. Oder aber einfach mal den Computer ausschalten und - wie ich - eine schöne Sommerpause machen!

 

 


Fehlplanung auf dem Friedhof

Jul

04.

Es gibt kaum eine Woche, in der nicht bauliche Fehlplanungen die Gemüter erhitzen. Flughafen Berlin, Oper Köln, Bahnhof Stuttgart – die Liste der Schlagzeilen ist lang. Und immer stellt sich die gleiche Frage: Weitermachen oder das Unfertige so belassen?!

Fehlplanungen gibt es nun nicht nur im großen Stil, sondern auch im kleinen. Und die können durchaus kurios sein. So zum Beispiel neulich auf dem Friedhof: Dort hatte die Gärtnerei für ein Urnengrab ein kreisrundes Loch in der Standardgröße ausgehoben. Nicht bedacht oder kommuniziert worden war, dass die Angehörigen sich für die Beisetzung ihres lieben Verstorbenen ein minimal im Umfang breiteres Urnenmodell in konischer Form ausgesucht hatten. Bis zum Gang vor das Grab verlief die Trauerfeier in aller Würde. Dann aber sollte die Urne in das Loch abgelassen werden. Der Bedienstete vom Bestattungshaus waltete seines Amtes – wie immer. Anfangs noch den Gesetzen der Schwerkraft folgend verkeilte sich das zu große Gefäß zunehmend in dem zu kleinen Loch. Wie das Dotter auf einem Spiegelei lugte das letzte Fünftel der Urne aus dem Rasen-Grabfeld hinaus.

Unter den Augen der ungläubig staunenden Trauergesellschaft versuchte der Friedhofs-Mitarbeiter nun die Urne hineinzudrücken. Das blieb jedoch erfolglos. Im zweiten Versuch probierte er mit erheblichem Kraftaufwand, die Urne wie eine Schraube hineinzudrehen. Dabei sprang der Deckel auf. Mittlerweile entsetztes Kopfschütteln der pikierten Trauergesellschaft. Nachdem der Deckel wieder aufgesetzt war, stellte der Urnen-Ablasser fest, was jeder sehen konnte: „Das passt nicht!“ Und nach einer Pause des tiefen Luftholens fragte er in Richtung der ebenfalls peinlich berührten Geistlichkeit: „Soll ich die Urne jetzt wieder rausziehen oder es so lassen?“

Gewiss, es gibt gravierendere Fehlplanungen. Aber das Grundgefühl „Hier läuft etwas gänzlich schief“ ist das gleiche. Die Frage „Weitermachen oder das Unfertige so belassen?!“ wurde in der Weise beantwortet, dass sich mit den Angehörigen darauf verständigt wurde, den unfertigen Zustand in dem Moment so zu belassen und zu einem späteren Zeitpunkt nachzubessern. Und im Gegensatz zu den großen Fehlplanungen der Republik geschah dies gänzlich ohne Mehrkosten.